Welche Versicherungen benötigt man für Urlaubsreisen?
In vielen Bundesländern beginnen nun die Sommerferien und die Vorfreude auf den bevorstehenden Sommerurlaub steigt. Viele haben in den vergangenen Wochen und Monaten Prospekte gewälzt und Pläne geschmiedet, was sie in ihrem Urlaub alles unternehmen wollen. Doch bei aller Begeisterung und Freude auf spannende Erlebnisse sollten Verbraucher auch die Risiken einer Urlaubsreise nicht unterschätzen und sich mit entsprechenden Versicherungen absichern. Doch welche der vielfältigen Policen speziell für Auslandsaufenthalte ist tatsächlich sinnvoll? Im Folgenden lesen Sie, auf welche Versicherungen sie im Urlaub nicht verzichten sollten und welche aktuellen Testsieger die besten Schutz bieten.

Ein unbedingtes Muss: die Auslandsreise-Krankenversicherung

Unbedingt erforderlich ist eine private Auslandsreise-Krankenversicherung für gesetzlich Krankenversicherte; für Mitglieder der PKV ist sie nur sinnvoll, wenn ihr Versicherer für die Kosten eines Reise-Rücktransports nicht aufkommt. Eine Auslandskrankenversicherung deckt im Falle eines Unfalls oder einer Erkrankung im Urlaub die Kosten für die ambulante und stationäre Behandlungen sowie den Rücktransport aus dem Urlaubsland nach Deutschland, wenn eine adäquate Behandlung im Gastland nicht gewährleistet werden kann.
Manche Tarife bieten auch einen provisorischen Zahnersatz, der etwa nach einem Verkehrsunfall notwendig werden kann. Für Eltern dürfte weiterhin die Kostenübernahme für Rooming-in-Leistungen interessant sein, da sie dann im Falle einer Erkrankung ihres Kindes im Krankenhaus kostenfrei übernachten können. Müssen hingegen die Eltern im Urlaub stationär behandelt werden, sollte der Versicherer die Kosten für die Betreuung bzw. Rückreise der Kinder erstatten.
Die Zeitschrift Finanztest hat in ihrer Juni-Ausgabe erfreut festgestellt, dass im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen mehrere Versicherungsunternehmen die Konditionen kundenfreundlicher gestaltet haben. Auch sind  Auslandsreise-Krankenversicherungen recht preiswert: Familien können schon ab 17,80 Euro beruhigt in den Urlaub fliegen, Einzelpersonen genießen schon ab 7,50 Euro einen umfassenden Gesundheitsschutz im Ausland.
Prinzipiell empfiehlt Finanztest, beim Vergleichen der Tarife auf Leistungsausschlüsse zu achten. Eine Reisekrankenversicherung kann noch am Abreisetag abgeschlossen werden, ist in der Regel ein Jahr gültig und verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt wird (Kündigungsfrist beträgt ein Monat).
Bei der jüngsten Tarif-Bewertung durch Finanztest stach der Tarif Travelsecure AR-56 der Würzburger als Testsieger hervor. Das Prädikat „Sehr gut“ erhielten außerdem die Ergo Direkt mit dem Tarif RD, der AV Tarif von Inter, der AKV Tarif von der Versicherung DFV sowie der ARJ bzw. ARJ-hkk Tarif von LVM Versicherungen bzw. der mit der LVM kooperierenden Krankenkasse hkk Erste Gesundheit. Da Kunden unterschiedliche Ansprüche an eine Auslandsreise-Versicherung haben, bietet die Stiftung Warentest auf ihrer Homepage die Möglichkeit eines interaktiven Tarifvergleichs, den Interessierte hier vornehmen können.

Sinnvoll bei teuren Reisen und für den Urlaub mit Kindern: die Reiserücktrittsversicherung

Wer eine lang gebuchte Reise aufgrund einer Erkrankung nicht antreten kann, muss insbesondere bei teuren Kreuzfahrten, Rundreisen und Fernreisen hohe Stornokosten in Kauf nehmen. An dieser Stelle springt die Reiserücktrittsversicherung ein – vorausgesetzt, ihre Leistungsbedingungen sind kundenfreundlich gestaltet. So sollte der Tarif für eine Reiserücktrittsversicherung keinerlei Selbstbehalt beinhalten und auch im Falle eines Reiseabbruchs die Kosten für gebuchte, aber nicht in Anspruch genommene Reiseleistungen übernehmen.
Zu einem Rücktritt bzw. Abbruch einer gebuchten Reise kann es nicht nur kommen, wenn der Versicherte selbst verhindert ist, sondern auch wenn Angehörige plötzlich erkranken oder sterben. Auch in diesem Fall erstattet eine gute Versicherung die zusätzlich anfallenden Kosten. Ebenso liegen Tarife vorn, die für Reisekosten im Falle einer verspäteten, z.B. durch eine Naturkatastrophe verursachten Heimreise aufkommen. Ein weiteres Plus erhalten Reiserücktritts-Tarife, wenn sie im Streitfall einen Anspruch auf ein kostenfreies Schlichtungsverfahren beim Versicherungsombudsmann zusichern (www.versicherungsombudsmann.de).
Bei ihrer letzten Untersuchung im Dezember 2011 kürte die Stiftung Finanztest die Reiserücktritts-Policen der beiden Versicherungen Würzburger und HanseMerkur mit der Note „Sehr gut“, wobei letztere allerdings einen Eigenanteil vorsieht, wenn der Versicherte im Urlaub wegen einer Erkrankung ambulant behandelt wurde; im Falle einer stationären Behandlung im Krankenhaus hingegen entfällt diese Selbstbeteiligung.

Entbehrliche Versicherungen

Mit dem Abschluss einer Reiseunfallversicherung erwirbt man Anspruch auf die Erstattung von Kosten, die von einer Berufsunfähigkeit aufgrund eines Unfalls im Urlaub herrühren. Statt eigens eine spezielle Reiseunfallversicherung abzuschließen, erweist sich eine private Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung oft als sinnvoller, da sie in weitaus mehr Versicherungsfällen Leistungen gewährt.
In den meisten Fällen überflüssig sind Reisegepäckversicherungen, welche den Verlust von Taschen, Koffern und Rucksäcken erstatten soll. Allerdings sind sie zum einen teuer und zum anderen zahlt die Versicherungen nur in seltenen Fällen tatsächlich, weswegen es insbesondere beim Diebstahl von Gepäckstücken häufig zum Streit mit der Versicherung kommt. Dagegen zahlt eine private Hausratversicherung auch dann, wenn das eigene Gepäck aus einem verschlossenen Hotelzimmer gestohlen wird.
Auch eine spezielle Reise-Haftpflichtversicherung benötigen die allerwenigsten, da bereits eine private Haftpflichtversicherung für Sach- und Personenschäden an Dritten aufkommt, die von dem Versicherten verursacht wurden. Ist man als Urlauber unverschuldet in einem Unfall verwickelt, kann für manche allerdings eine Auslandsschadenschutzversicherung sinnvoll sein, die einspringt, wenn die Schadensersatzzahlung der ausländischen Versicherung unterhalb der von deutschen Versicherungsgesellschaften liegt.
 
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